25.03.2026 - Vom 20. bis 22. März 2026 fand in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen die Frühjahrstagung des VDMT unter Leitung des Vorsitzenden Heino Seeger statt. Gastgeber war der Deutsche Eisenbahn-Verein e. V. (DEV), der vor 60 Jahren die erste Museumseisenbahn in Deutschland ins Leben rief.
Mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Belgien, den Niederlanden, Österreich und Deutschland von rund 50 Mitgliedsvereinen, interessierten Vereinen und Firmen konnten ein vielfältiges Tagungsprogramm verfolgen.
In den Grußworten stellten sowohl der Bürgermeister von Bruchhausen-Vilsen, Bernd Bormann, als auch der Vorsitzende des DEV, Karl-Jobst Siedler, die herausragende Bedeutung der Museumseisenbahn für den Tourismus in der Region sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Verein dar. Nach Bürgermeister Bernd Bormann funktioniert die Zusammenarbeit deshalb so gut, weil sich die Beteiligten „stets auf Augenhöhe begegnen und zusammenarbeiten“. Wichtige Schlagwörter sind „Respekt, Verständnis, Zeit, feste Ansprechpartner, Vertrauen, Ausrichtung der Arbeit auf gemeinsame Ziele, Interesse für die Belange des anderen und Ehrlichkeit“.
Maik Drechsel (Steam Technologies.de), gab zu Beginn der Vorträge mit seinem Ausführungen zahlreiche Hinweise, wie der Funkenflug von kohlegefeuerten Dampflokomotiven verringert und der Brandschutz bei deren Betrieb verbessert werden kann. Die Vegetationskontrolle stellt den Bahnbetrieb regelmäßig vor große Herausforderungen und ist eine Daueraufgabe. Dr. Heino Wolf (VDMT) und Heike Wittig (DBInfraGO) beschrieben neben den rechtlichen Grundlagen die Flächen von Interesse, die Auswirkungen von Vegetation auf Sicherheit von Menschen und Betrieb, die unterschiedlichen Verfahren zur Vegetationskontrolle sowie ihre Eignung.
Von dem Vortrag „Museumseisenbahnen - ehrenamtliche Arbeit und berufsgenossenschaftliche Versicherung“ (Jens Dümmler, VGB Verwaltungs-Berufsgenossenschaft mit Unterstützung von Matthias Sternberg) hatten sich viele Anwesende Klarheit über das Thema erhofft. Allerdings sind die Sachverhalte äußerst komplex und einfache Antworten in der Kürze der Zeit nicht zu geben.
Die ersten Ergebnisse der Umfrage zur Unterstützung der Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit, dargestellt von Heino Wolf (VDMT), weisen auf die sehr große Bedeutung von Museums- und Touristikbahnen in gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht hin. Zehntausende von Mitgliedern und Mitarbeitenden erhalten für mehrere Millionen Menschen Werte in Milliardenhöhe und schaffen dauerhaft wirtschaftliche Werte auf lokaler und regionaler Ebene.
Am Beispiel des Neubaus eines Lokschuppens gab Wolf-Jobst Siedler (DEV) einen weitreichenden Einblick in die Erstellung von Konzepten, Planung und erfolgreiche Durchführung von Projekten. Seine Ausführungen konnte Mario Lieb (SVT Görlitz gGmbH) durch die Erfahrungen bei Wiederaufarbeitung seit 2019 und Wiederinbetriebnahme des SVT 18.16 Görlitz der Deutschen Reichsbahn vertiefen.
Sven-Dirk Richtberg (Europäische Studiengesellschaft Holzschwellenoberbau e. V.) stellte neue Verfahren und Ergebnisse zur Imprägnierung von Holzschwellen vor, die Anlass geben, dass die Holzschwelle eine Zukunft hat.
Klare Eigentumsverhältnisse sind eine fundamentale Voraussetzung für das Gedeihen einer Museumsbahn. Zu diesem Fazit kam Hans-Peter Kempf (DEV) mit Hilfe mehrerer Beispiele aus seiner langjährigen Erfahrung. Zum Abschluss präsentierte Volker Wente (VDMT) den aktuellen Sachstand zu den Themen ETCS, Infrastruktur-Anschlussverträge und Nachforderung Trassenpreise der Jahre 2017/18 und 2018/19.
Die Veranstaltung war nach Aussagen einer Vielzahl von Teilnehmenden wiederum sehr gelungen. Der VDMT dankt dem DEV, namentlich Frauke Lehmann und den vielen Helferinnen und Helfern, für die tatkräftige Organisation und reibungslose Durchführung der Veranstaltung.