vdvWie unter befreundeten Verbänden üblich, führte der erste Weg des neuen VDMT-Vorsitzenden zum Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in Köln. Im Gespräch mit Dr. Martin Henke, Geschäftsführer Eisenbahnverkehr im VDV, wurden die Auswirkungen der aktuellen Rechtsentwicklung im Eisenbahnsektor und die den Sektor berührenden weiteren Disziplinen erörtert. Während die Belange von Verkehrssicherheit, Gleichstellung, Umwelt- und Naturschutz auch alle Museumsbahnen betreffen, sind diejenigen (Museums-)EVUs, die das DB-Netz nutzen, meist auch durch die Erfüllung von Interoperabilitäts- und qualifizierten Sicherheitsanforderungen betroffen. Hinzu kommen die zahlreichen Anforderungen an die Unternehmen aus der Netzregulierung und den Netznutzungsbestimmungen.

Durch die enge Zusammenarbeit von VDV und VDMT ist es bislang gelungen, die Museumseisenbahnen bzw. die Betreiber historischer Fahrzeuge von zahlreichen Regulierungen auszunehmen. Mit der Fortentwicklung technischer Standards im DB-Netz werden sich aller Voraussicht nach die Chancen auf Ausnahmeregelungen reduzieren, d. h. die Nutzer müssen sich darauf einstellen, die geforderten technischen Standards zu erfüllen. Dr. Henke verwies jedoch darauf, dass es gelungen sei, z. B. für die Nachrüstung von Lokomotiven auf ETCS-Standard eine vollumfängliche Finanzierung durch Abstimmungen im Koalitionsvertrag und Zusagen der Länder zu erreichen. Dies ist zumindest ein Lichtblick und zeigt, dass die Politik die Probleme der Branche verstanden hat. Die deutliche Aufstockung der Mittel für die Sanierung von Nebenstrecken dürfte ebenfalls im Grundsatz positiv sein. Inwieweit dies den Einsatz historischer Fahrzeuge berührt, kann erst nach Kenntnis beabsichtigter Ausbaustandards eingeschätzt werden. Die Verbände dürften diesbezüglich aber wohl auch gefordert sein.

Credé bot die Mithilfe des VDMT bei der weiteren Gestaltung der künftigen Rahmenbedingungen für den Eisenbahnverkehr an. Das gemeinsame Interesse an differenzierten Lösungen für bestimmte Marktsegmente wird seitens des VDMT im Rahmen von Anhörungsverfahren zu geplanten rechtlichen Regelungen verfolgt. Viele Museumseisenbahnen sind zudem in regionale Projekte zur Tourismusentwicklung eingebunden und verfügen daher über gute Kontakte zu Abgeordneten auf allen politischen Ebenen. Durch gute politische Koordination kann es durchaus gelingen, Lösungen im Interesse von Wirtschaft und Eisenbahnverkehr voranzubringen, die auch Platz für museale Präsentationen des Eisenbahnbetriebes lassen. Der Austausch praxisrelevanter Informationen ist dafür unverzichtbar und wird daher im Rahmen regelmäßiger Konsultationen zwischen VDV und VDMT sichergestellt.