Als Nachfolger des verstorbenen Vorsitzenden Günther Steinhauer wählte die Mitgliederversammlung am 19. März 2018 Hans-Jürgen Credé  in den Vorstand des Verbandes. Credé ist kein „newcomer“ in der Museumsbahnerszene; seine Heimat ist der DEV,

dem er seit 1967 angehört und in dem er zeitweilig auch aktiv tätig war. Als langjähriger Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe AG war er bis zu seiner Pensionierung verantwortlich für die Produktion und im Querschnitt für das human ressources management. In seiner aktiven Dienstzeit trug er auch Verantwortung für die Restrukturierung und die kundenorientierte Neuausrichtung des Unternehmens. 1993 zählte er zu den Mitbegründern des Vereins Straßenbahnmuseum Dresden e.V.

Die in der Leitung eines kommunalen ÖPNV-Unternehmens gewonnenen Erfahrungen hält Credé auch für Museumseisenbahnen für durchaus bedeutsam. Schließlich operieren viele Vereine auch auf kommunaler Infrastruktur oder sind in vielerlei Hinsicht auf eine gute Zusammenarbeit bei notwendigen Zustimmungen und Genehmigungen angewiesen – ungeachtet der Zuständigkeit von Landeseisenbahnaufsichten bzw. dem Eisenbahnbundesamt.

Die sich seit der Bahnreform mit hoher Dynamik ändernde Welt der Eisenbahn wird die Museumsbahnen auch künftig treffen. In diesem Prozess den Verband auf die richtigen Zukunftsthemen zu orientieren, wird die vornehmste Aufgabe der nächsten Jahre sein. Credé sieht darin einen Balanceakt zwischen „Eisenbahnbetrieblern“, „Museumspädagogen“ und all jenen, die einfach nur hobbymäßig Freude am System Eisenbahn in seiner historischen Ausprägung haben und von deren ehrenamtlichem Engagement viele Museumsbahnen leben. Aus seiner Sicht ist der VDMT die wichtigste Kommunikationsdrehscheibe auf der die aktuellen Themen des Museumsbahn-Alltags mit den zu erwartenden Maßnahmen von Politik und Verwaltung gespiegelt werden können. Das Ergebnis müssen realistische Ziele und Zukunftsstrategien für den Verband und die Mitgliedsvereine sein.

Kommunikation, Konsens und Vielfalt sollten dabei Werte sein, denen sich die VDMT-Mitglieder verpflichtet fühlen. Erfahrungsgemäß bedeutet dieses Wertesystem in überwiegend ehrenamtlich getragenen Institutionen jedoch auch viel Arbeit. Der von Credé mittlerweile erreichte Status eines Ruheständlers im Unruhestand bietet jedoch gute Voraussetzungen zum Mitmachen. „Es sind große Fußtapfen, in die ich nun hineintreten muss,“ sagte der neue Vorsitzende nach seiner Wahl und zollte damit Respekt vor der geleisteten Arbeit seiner Vorgänger und des gesamten Vorstandsteams. Es sei beeindruckend, welch hohe Akzeptanz die Museumseisenbahnen heute national und international genießen. Diese Wertschätzung spende die Kraft, die in den Vereinen (oder EVUs) zur Weiterentwicklung des Museumseisenbahngedankens eingebracht werde, und stimme optimistisch.