Den 1000. Ehrenlokführer seit Einführung dieses Angebotes im Jahre 1997 konnte die Selfkantbahn im Kreis Heinsberg am letzten Juli-Wochenende 2014 begrüßen. Günther Wallnöfer aus Laas im italienischen Südtirol war der Glückliche, dem diese Ehre zuteil wurde. Er war mit Familienangehörigen (die dieses Geschenk zu seinem 60. Geburtstag organisiert hatten) ins Rheinland gereist, um hier von Freitag bis Sonntag einen Einblick in die Technik und den Betrieb von Dampflokomotiven zu erhalten und einen fahrplanmäßigen Zug der Selfkantbahn unter fachkundiger Anleitung eines erfahrenen Dampflokführers über die gesamte Strecke selber zu fahren.

Die Ausbildung zum Ehrenlokführer wird ­– anders als beispielsweise in Großbritannien - in Deutschland nur von wenigen Museums- oder Dampfeisenbahnen angeboten. Für die Selfkantbahn, die seit vielen Jahren zu den führenden Veranstaltern in diesem Bereich gehört, sind diese Wochenenden schon lange zu einer wesentlichen Einnahmequelle und, nicht zu vergessen, des musealen Konzeptes geworden, kann doch nur auf diese Weise ein realistischer Blick in die Arbeitswelt auf Dampflokomotiven eröffnet werden, ein Blick, den die Fahrgäste in den historischen Reisezugwagen hinter der Dampflok eben nicht ohne weiteres erhaschen können.

Das Angebot der Selfkantbahn umfasste von Anfang an eine Rundumbetreuung mit Hotelunterkunft und Verpflegung, wobei letztere zum großen Teil von den ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern der Selfkantbahn mit professioneller Ausrüstung selbst gewährleistet wird. Gleichwohl ist der Veranstalter nicht einmal die Selfkantbahn selbst, sondern die örtliche Tourismusorganisation, der Heinsberger Tourist-Service, der die gesamte Buchungsabwicklung übernimmt und die Leistungen der Selfkantbahn einkauft. Auf diese Weise ist eine sinnvolle und fruchtbare Arbeitsteilung entstanden. Fast alle Seminarteilnehmer erhalten die Teilnahme als Geschenk, vorwiegend zu runden Geburtstagen oder als Kollegengabe anlässlich des Ausscheidens aus dem Arbeitsleben.

Der mit diesen stets ausgebuchten Seminaren in den bisher 17 erfolgreichen Jahren generierte Umsatz beträgt für die Selfkantbahn rund 350.000 Euro und für die Region mit allen Nebenleistungen mehr als das Doppelte, was für eine kleine Museumseisenbahn von 5,5 Kilometern Länge doch beachtlich sein dürfte. Nicht zu vergessen ist der auf diese Weise entstandene Zuwachs an Mitgliedern des Fördervereins aus dem Kreis der Seminarteilnehmer sowie an Mitarbeitern, von denen einige anschließend eine reguläre Lokführerausbildung und -prüfung bei der Selfkantbahn absolviert haben und in dieser Funktion bei der Selfkantbahn langjährig tätig sind.

Günther Wallnöfer jedenfalls hat seine Ausbildung genossen und war am Ende des Seminars des Lobes voll. Er hatte bereits zuvor eine besondere Beziehung zur Eisenbahn, hatte doch sein mittelständisches Unternehmen Ende der neunziger Jahre die vormaligen Fahrdraht-Elektroloks der einzigartigen und auch heute noch in Teilen betriebenen Laaser Marmorbahn auf dieselelektrischen Betrieb umgebaut.

Der Förderverein der Selfkantbahn, die Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr e. V. (IHS), ist Gründungsmitglied des VDMT. Dieser ist gerne bereit, andere Museumsbahnen bei der Konzeption eines solchen Angebotes zu beraten. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.