Als anerkannte Regel der Technik und von den Eisenbahn-Aufsichtsbehörden der Länder eingeführte Grundlage für den Erwerb einer Berechtigung zum Fahren und Bedienen von Lokomotiven und Steuerwagen gilt seit 2006 die VDV-Schrift 753 "Eisenbahnfahrzeug-Führerschein-Richtlinie", die unbestritten die Grundlage für die Ausbildung und den Einsatz von Lokführern bei öffentlichen Eisenbahnen darstellt. Sie regelt ferner die Erstellung von Dokumenten hierzu, die die Befähigung (den „Führerschein“) und die Berechtigung (das Beiblatt) umfassen. Auch wenn eine Formvorschrift hierzu mangels Rechtsgrundlage nicht besteht, werden praktisch alle „Führerscheine“ und alle Beiblätter in Deutschland über die beka GmbH in Köln vertrieben. Ein Register hierfür gibt es jedoch – wiederum mangels Rechtsgrundlage – nicht.

Selbstverständlich sind auch die Lokführer von Museumsbahnen von dieser Regelung betroffen, da es in Deutschland aus gutem und auch vom VDMT vertretenen Grund für diese keine diesbezüglichen Sonderregelungen im Eisenbahnrecht gibt.

Überlagert wird diese anerkannte Regel der Technik von der Europäischen Triebfahrzeugführerschein-Richtlinie 2007/59/EG vom 23. Oktober 2007 und der aus dieser folgenden deutschen Triebfahrzeugführerschein-Verordnung (TfV) vom 29. April 2011. Die Abgrenzung zwischen der Anwendung der VDV-Schrift 753 und der TfV erfolgt derzeit noch über das Erfordernis einer Sicherheitsbescheinigung, die wiederum im Allgemeinen Eisenbahn-Gesetz (AEG) geregelt ist.

Die genannte europäische Richtlinie ist zwar für die Mitgliedsstaaten der EU bindend und verpflichtet sie zur Umsetzung in nationales Recht, gleichwohl ist sie aber nicht auf ewige Zeiten sakrosankt und vor der Umsetzung besserer Erkenntnisse geschützt. Ein vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) anberaumtes Treffen am 1. Oktober 2013 in Berlin, an dem auch ein VDMT-Vertreter teilnahm, diente dem Erfahrungsaustausch hierüber. Dieser gewann eine besondere Bedeutung vor dem Hintergrund der zum 11. Oktober 2013 (also nach Redaktionsschluss) im Bundesrat anstehenden Beschlussfassung der Triebfahrzeugführerschein-Prüfungsverordnung (TfPV), in der weitere Bestimmungen zum Erwerb und zur Verwaltung dieses Dokumentes anstehen. Insbesondere werden hier weitreichende Regeln zur Verwaltung und zu Meldepflichten getroffen, die wiederum auch diejenigen Museumsbahnen betreffen, die nicht als Regionalbahnen gelten.

Für beide Verordnungen wird im Eisenbahnsektor unisono eine unangemessen hohe Regelungstiefe und ein hoher bürokratischer Aufwand zur Umsetzung beklagt, denen weder ein Erkenntnis- noch ein Sicherheitsgewinn gegenübersteht und der zudem teilweise weit über die in der europäischen Richtlinie geforderten Bestimmungen hinausgehen. Welche Bedeutung das in der Praxis haben wird, ist noch nicht abzusehen.