Die meterspurige Selfkantbahn von Gillrath nach Schierwaldenrath im Westen Deutschlands war vor mehr als 40 Jahren nicht nur eine der ersten Museumsbahnen unseres Landes, sie hat auch einige richtungweisende Einrichtungen etabliert, die die Szene in hohem Maße beeinflußt haben. Neben den Nikolausfahrten, bei denen sie seit Jahrzehnten mit weitem Abstand unangefochtener Marktführer ist, und den überaus erfolgreichen Ehrenlokführerseminaren war dies die vor 40 Jahren erfolgte Gründung einer Betriebsführungsgesellschaft in Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

 

Wie praktisch jede Museumsbahn weltweit war und ist die Selfkantbahn auf die ehrenamtliche Arbeit engagierter Eisenbahnfreunde angewiesen. Ohne einen eingetragenen Verein als Träger und Förderverein der Einrichtung kann eine Museumsbahn schwerlich existieren. Dennoch hatte die Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr e. V. (IHS) bereits kurz nach ihrer 1969 erfolgten Gründung die unter bestimmten Bedingungen sichtbaren Grenzen eines e. V. erkannt und eine Tochtergesellschaft ins Leben gerufen, die Touristenbahnen im Rheinland GmbH (TBR), die fortan für die gesamte kaufmännische und eisenbahnrechtliche Abwicklung des Betriebes auf der Selfkantbahn verantwortlich zeichnete.

Am 24. Juli 1972 wurde also mit der TBR GmbH die erste Gesellschaft in Deutschland gegründet, die als GmbH eine Museumsbahn betrieb. Angestellte hatte sie nicht, die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der IHS e. V. waren (und sind) auch ehrenamtlich für die TBR tätig. Daß diese Konstellation vorteilhaft ist, läßt sich durch die Vielzahl von Nachfolgern bei anderen Bahnen belegen, deren Zahl auf einige Dutzend geschätzt werden kann und die durch die Eisenbahnneuordnung im Jahre 1994 neuen Auftrieb bekamen. Gleichermaßen gewachsen ist aber auch die Vielfalt der Konstruktionen hierbei, die in der Regel von steuerlichen Überlegungen bestimmt sind.

Heute ist die TBR GmbH, die trotz ihres recht allgemein gefaßten Namens ausschließlich die Selfkantbahn betreibt, Eisenbahn-Verkehrs- und Eisenbahn-Infrastrukturunternehmen – Begriffe, die es bei ihrer Gründung nicht einmal gab. Sie hat einen eigenen Betriebsleiter, vier Angestellte und kann zur Durchführung des Betriebes auf der Selfkantbahn und deren Instandhaltung auf die wertvolle Ressource von rund 90 ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern des Fördervereins IHS zurückgreifen.

Die ursprüngliche Konstruktion mit der Betriebs-GmbH im alleinigen Eigentum des Fördervereins ist bis heute beibehalten worden. Gerne ist der VDMT bereit, interessierte Bahnen bei der Neuformierung ihrer Organisation zu beraten und die Erfahrungen der Selfkantbahn zur Gründung einer Betriebs-GmbH weiterzugeben.

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