Mit Dr.-Ing. Karlheinz Geuckler ist ein Eisenbahner mit Leib und Seele und Urgestein der deutschen Privat- und Museumsbahngeschichte von uns gegangen. Er entschlief sanft am 6. September 2011 nach einem langen Ruhestand und erfüllten Leben im Alter von 85 Jahren. Eng verbunden war er nicht nur mit den DEG- und WEG-Bahnen, sondern auch einer Reihe weiterer Nichtbundeseigenen und Museumsbahnen. In seiner pragmatischen Art, konkrete Probleme rasch zu Lösungen zu führen, sicherte er vielen NE das Überleben.

 

Ganz besondere Bedeutung kommt ihm auch als Förderer der Museumsbahnlandschaft zu. Gerade in der Zeit seiner Tätigkeit bei der DEG boomten Anfang der 70er Jahre Dampfzugfahrten für Eisenbahnfreunde auf DB-Strecken. Erste Museumsbahnbetriebe kamen auf. Allen war gemeinsam, dass die musealen Züge die Strecken mit dem kommerziellen Bahnbetrieb im Güter- und Personenverkehr teilen mussten. Unterstützung fanden sie bei Dr. Geuckler, der bei den Bahnen der DEG als Oberster Betriebsleiter fungierte. Die erste „seiner" Bahnen, bei der Eisenbahnfreunde einen musealen Betrieb mit eigenen Fahrzeugen und ehrenamtlich tätigen Eisenbahnern einrichten wollten, war im Sommer 1969 die meterspurige Geilenkirchener Kreisbahn.

Etliche andere Betriebe – auch im Bereich der von der DEG geführten WEG – folgten, so die Rinteln-Stadthagener Eisenbahn, die Teutoburger Wald-Eisenbahn, die Strohgäubahn Korntal – Weissach oder die Nebenbahn Nürtingen – Neuffen. Und stets fanden die Museumsbahner ein offenes Ohr bei Dr. Geuckler. Es ist kein Fall bekannt, bei dem er – was er als Oberster Betriebsleiter ohne weiteres hätte entscheiden können – den Wunsch nach Museumsbahnverkehr abgeschlagen hätte. 20 Jahre lang hat er als OBL bis zu seinem Ruhestand die Selfkantbahn wie auch andere Museumsbetriebe im Bereich von DEG und WEG als OBL geführt und gefördert. Auch dem DEV in Bruchhausen-Vilsen hat er Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts sehr geholfen, die Strecke nach Asendorf als eigenständige NE auszugründen. So mancher heute noch aktive Museumsbahn-Lokführer hat darüber hinaus seine Prüfung bei ihm abgelegt.

Auch nach seiner aktiven Zeit bei der DEG blieb er den Museumsbahnen verbunden und pflegte bis in die jüngste Vergangenheit hinein mannigfache Kontakte, soweit es ihm seine Gesundheit zuletzt noch zuließ. Die Museumsbahnszene verliert mit diesem Mann der ersten Stunden einen langjährigen Förderer und Freund, ohne den es einige Betriebe heute nicht geben würde.

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