Ein gutes Beispiel dafür, den musealen Anspruch einer Museumsbahn zu realisieren, zeigt sich bei der Museumseisenbahn Minden (MEM). Seit 60 Jahren findet bundesweit die „Woche der Brüderlichkeit“ statt, ausgerichtet von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit. 2011 ist Minden der zentrale Eröffnungsort, und im Rahmen des Beiprogramms wurde vom 2. bis 25. März in den Räumen des historischen Bahnhofs Minden-Oberstadt von MEM die von der DB AG zusammengestellte Ausstellung „Sonderzüge in den Tod - Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn“ gezeigt. Zur Veranschaulichung der Inhalte hat der MEM-G 10, der am Güterboden stand, wesentlich beigetragen. Er war nicht nur für Schulklassen, sondern auch für Erwachsene unverzichtbar.

Die Museumsbahn Bremerhaven-Bederkesa e.V. richtete in diesem Jahr die 60. bundesweite Museumsbahntagung aus. Wilfried Habenicht, Ehrenvorsitzender des Vereins, begrüßte die Gäste erfreut einmal im Norden der Republik. Er blickte dabei auf die vergangenen zwei Jahrzehnte des Vereins zurück und überbrachte die Grüße des Ministerpräsidenten David McAllister, der in Bad Bederkesa zu Hause ist. Auch Vorsitzender Rolf Thien hieß die Versammlung willkommen, bevor Werner Marquardt als Pressesprecher des BDEF das Grußwort für den befreundeten Verband darbrachte.

Die Jahrestagung des europäischen Dachverbandes der Museums- und Touristikbahnen FEDECRAIL fand 2011 nach zehn Jahren wieder in Deutschland statt. Im April trafen sich rund 140 Mitglieder, Freunde und Gäste der Föderation in Dresden, um an dem mehrtägigen Konferenz- und anschließendem Exkursionsprogramm in Sachsen und bis ins Nachbarland Polen teilzunehmen.

In den letzten Wochen hat sich gezeigt, dass eine ganze Reihe von VDMT-Mitgliedern sich sehr ernst mit Fragen zur Zukunft der eigenen Museumsbahn bzw. des eigenen Eisenbahnmuseums auseinandersetzt und dass jene dabei auch zum Gegenstand der Betrachtung von außen geworden sind. Zur Zeit werden insbesondere die Einschränkungen an Fördermitteln (in Sachsen Ausgleichszahlungen aus dem Regionalisierungsgesetz) und die Auswirkungen aus dem EU-Regelwerk (TSI, Tf-Führerschein, SMS, SiBe) bzw. aus dem Unfall bei Hordorf als Risiken für das Fahren auf DB- und NE-Strecken empfunden. Daneben gelten auch Nachfragerückgänge und sinkende Attraktivität des Ehrenamtes als längerfristige Risiken für den Fortbestand der z. T. unter VDMT-Mitgliedern vorhandenen sehr umfangreichen Sammlungen.

10 000 Euro beträgt der Preis, den in jedem Jahr Europa Nostra und die Europäische Union für die besten Leistungen auf dem Gebiet der Erhaltung unseres kulturellen Erbes ausloben. Ausgezeichnet werden Leistungen in den folgenden Kategorien: 1. Erhaltung, 2. Studien und wissenschaftliche Arbeiten, 3. Herausragende Leistungen von Einzelpersonen oder Organisationen und 4. Bildung, Ausbildung und Bewusstseinsbildung. Europa Nostra ist der europäische Verbund nicht-staatlicher Denkmalschutzorganisationen mit Sitz in den Haag, der sich für günstige Rahmenbedingungen für den Denkmalschutz auf europäischer Ebene einsetzt. Bewerbungsschluss ist der 1. Oktober 2011, Bewerbungsunterlagen für den Europa Nostra Award 2012 sind als Download zu finden.

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