Der Jugendaustausch von FEDECRAIL, dem europäischen Dachverband der Museums- und Touristikbahnen, wird zu einem Erfolgsrezept. Immer mehr Jugendliche aus der Museumsbahnszene kommen einmal im Jahr zusammen, um Land und Leute kennen zu ler¬nen, um sich bei verschiedenen Bahnen umzusehen und gemeinsam an historischen Fahrzeugen und Anlagen zu arbeiten. 2009 fand vom 31. Juli bis 9. August das dritte Jugendcamp dieser Art statt, Ausrichter war Deutschland. Mit 19 jungen Frauen und Männern aus sechs Nationen übertraf die Beteiligung diesmal bei Weitem die Resonanz der beiden Jah¬re zuvor. Es wären noch drei Jugendliche und ein Land mehr gewesen, hätten nicht Vi¬saschwierigkeiten deren Teilnahme verhindert.

 

So trafen sich Polen, Ungarn, Schweden, Letten und Serben mit den deutschen jungen Leuten der gastgebenden Vereine: dem Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein, der Brohltal-Eisenbahn und der Museums-Eisenbahn Minden zu einem regen Gedanken- und Erfahrungs-Austauschs sowie einem abwechslungsreichen (eisenbahn-)touristischen Programm. Allein ein gutes Viertel der Teilnehmer war weiblich. Das deutet ganz klar darauf hin, dass sich Mädchen und Frauen heutzutage zunehmend für Museumseisenbahnen interessieren und sich dort genauso engagieren wie ihre männlichen „Kollegen“.

Die jüngste Teilnehmerin war erst 15 Jahre alt; die Ältes¬ten zählten 24 Jahre. Sten-Erson Wester, FEDECRAIL-Beauftragter für den Jugendaustausch aus Schweden, begrüßte in Minden – wie zuvor in Darmstadt-Kranichstein FEDECRAIL-Prä¬sident David Morgen – das wachsende Interesse an der internationalen Jugendarbeit. Es sei immer wieder eine wertvolle Woche des gegenseitigen Kennenlernes, Unterstützens und kulturellen Austauschs. Dabei gelte es für die Gastgeber, während des Aufenthaltes die richtige Balance zu hal¬ten zwischen Eisenbahn und Zeitvertreib. Das sei nicht immer leicht, aber auch dieses Mal wieder ausgezeichnet gelungen.

Der Vizevorsitzende von FEDECRAIL und zugleich Vorsitzende des ausrichtenden Verbandes Deutscher Museums- und Touristikbahnen (VDMT), Heimo Echensperger, verwies erfreut auf das beachtliche Engagement der jungen Generation, die mit Hilfe des Austauschs wertvolle Kontakte für die Zukunft knüpfe und selbständiges Arbeiten beweise. Der Nachwuchs habe gezeigt, dass die Zusammenarbeit hervorragend funktioniere.

An allen drei Standorten wurde die Freizeit- mit der Arbeitskleidung getauscht und der Gedanke des Bewahrens und Erhaltens in die Praxis umgesetzt: Es wurde gestrichen, geschliffen, geschraubt und geputzt; kleine Projekte durchgeführt und – zur Belohnung – gemeinsam gekocht, und zwar Traditionelles aus dem jeweils eigenen Land. Außerdem gab's Kurz¬weil und Wissenswertes an den drei Standorten in Fülle.

Dazu gehörte eine historische Straßenbahn-Rundfahrt in Darmstadt, kurze Dampfzug-Fahrt auf dem Gelände von Darmstadt-Kranichstein, Schmalspur-Ausflug von Brohl nach Engeln mit dem Bürgermeister der Gemeinden vom Brohltal, Tour zum Weltkulturerbe Grube Messel, Besuch des DB-Museums Koblenz-Lützel und von DB Systemtechnik in Minden, Fahrt mit der ersten deutschen Museumseisenbahn in Bruchhausen-Vilsen und dem Preußenzug von MEM sowie dem Dampfschiff „Wappen von Minden“ auf der Weser. Und natürlich – wie schon erwähnt – gemütliche Abende einschließlich offizieller Begrüßung und Verabschiedung in Darmstadt und Minden.

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