Die von FEDECRAIL entwickelte „Charta von Riga“, die für den Erhalt historischen Eisenbahngutes von herausragender Bedeutung ist, hat ihren Weg ins europäische Parlament gefunden. Die europäische Förderation der Museums- und Touristikbahnen (FEDECRAIL) wurde eingeladen, ihre Charta im Rahmen eines Empfangs in Brüssel vorzustellen.

FEDECRAIL-Präsident David Morgan erläuterte vor zahlreichen Abgeordneten die Bedeutung der Charta für den Dachverband und seine Mitglieder, denen damit erstmals ein wichtiger gemeinsamer Leitfaden für die Konservierung, Restaurierung, den Unterhalt sowie die Reparatur und Nutzung von historischem Eisenbahnmaterial an die Hand gegeben wird. Auch die Mitglieder des VDMT haben sie 2006 als richtungsweisend für ihre Arbeit mit historischen Objekten der Eisenbahn akzeptiert. Die Vizepräsidenten Jacques Daffis aus Frankreich und Heimo Echensperger aus Deutschland verdeutlichten, wie die mit der Charta von Riga gesetzten Ziele erreicht werden können.

Dies geschehe vor dem Hintergrund, dass die Museumsbahnen in der Regel das Konzept eines lebendigen Freilichtmuseums verwirklichen, in dem die Fahrzeuge nicht nur ausgestellt, sondern auch betrieben werden. Daraus ergebe sich zwangsläufig ein Spannungsfeld zwischen dem angestrebten unveränderten Bewahren und dem unausweichlichen Verschleiß durch den Betrieb. Mit der Charta stehen nun Leitlinien zur Verfügung, welche grundsätzlichen Abwägungen bei der Arbeit zu berücksichtigen und im Sinne musealen Erhalts auch zu dokumentieren sind.

Für Europa Nostra (EN) begrüßte Botschafter a.D. Rienko Wilton den Beitritt von FEDECRAIL zu der paneuropäischen Föderation nichtstaatlicher und nichtkommerzieller Kulturerbe-Organisationen EN. Wilton betonte, dass sich mit dem FEDECRAIL-Netzwerk die bisher auf Gebäude und Landschaften konzentrierte Arbeit von EN auf das Feld des Eisenbahnverkehrs erweitere und damit eine große Bereicherung erfahre. Mit der Charta von Riga habe der europäische Dachverband der Museums- und Touristikbahnen einen wertvollen Beitrag für das Verständnis im Umgang mit den beweglichen Kulturgütern in ihrem Bereich geleistet.

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FEDECRAIL – Europäische Föderation der Museums- und Touristikbahnen

  • im April 1994 in Brüssel gegründet
  • europäische Dachorganisation nationaler Verbände von Museums- und Touristikbahnen, die sich mit der Erhaltung, Bewahrung und dem Betrieb historischer Eisenbahnfahrzeuge beschäftigen. (Einzelvereine nur dann, wenn keine nationale Organisation besteht. Einzelmitglieder oder außereuropäische Verbände können als Förderer, Mäzene oder Sponsoren Mitglied ohne Stimmrecht im Kreis der „Freunde von FEDECRAIL“ werden.)
  • derzeit 36 Mitglieder aus 25 europäischen Ländern mit insgesamt 527 Museumsbahnen und Eisenbahnmuseen, in denen sich rund 150 000 Ehrenamtliche engagieren.

Ziele:

  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen Eisenbahn-Organisationen und deren Mitgliedern durch das Bereitstellen von Beratung und Hilfe sowie das Veranstalten von Treffen und Seminaren
  • Untersuchung und Lösung von Problemen und Entwicklungen mit Bezug zu Museums-, Tourist-, oder ähnlichen Eisen- oder Straßenbahnen, Eisenbahnmuseen und Eisenbahnvereinen
  • Handeln für die Mitglieder auf internationaler Basis, insbesondere in Bezug auf mögliche Auswirkungen von Regulierungen und Gesetzen der Europäischen Union und anderer supranationaler Gremien und deren Aktivitäten.
  • Bindeglied zwischen den nationalen Dachverbänden und den europäischen Gremien (EU Parlament, EU Kommissionen, EU Generaldirektionen, usw.)

Weiteres zu FEDECAIL unter www.fedecrail.org

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