Unser europäischer Dachverband FEDECRAIL hat auf seiner diesjährigen Tagung in Lyon die so genannte Riga-Charta verabschiedet. Riga-Charta deshalb, weil der Vorschlag zu einer solchen Charta erstmals auf der Konferenz 2001 in Riga gemacht wurde.

Mit der Riga-Charta geben sich die europäischen Museumsbahnen gemeinsame Grundsätze, nach denen die Erhaltung und der Betrieb der historischen Objekte erfolgen soll. Die Museumsbahnen folgen damit der Architektur, die mit der Charta von Athen Vorreiter in Bezug auf die Baudenkmale war, und der historischen Schiffahrt, die für ihren Bereich Ende der 90er Jahre die Barcelona-Charta verabschiedet hat.

Inhaltlich lehnt sich die Riga-Charta unter Berücksichtigung der Spezifika der Eisenbahn an die beiden vorgenannten an. Sie definiert die wesentlichen Grundsätze, nach denen beim Erhalt von historischen Objekten der Eisenbahn verfahren werden soll. Der Anspruch ist dabei der eines Leitfadens, der in der Anwendung für jeden Einzelfall einer Museumsbahn konkretisiert werden muss. Ziel dabei ist, dass die europäischen Museumsbahnen in ihrer kulturellen und musealen Arbeit langfristig einem gemeinsamen Standard folgen.

Um dies zu erreichen, schlägt FEDECRAIL vor, dass die nationalen Dachverbände, aber auch die einzelnen Museumsbahnen selbst die Riga-Charta formell für ihre Arbeit annehmen. Das ist beispielsweise bereits in Schweden, Großbritannien, den Niederlanden, aber auch Australien geschehen. Der Vorstand des VDMT wird seinen Mitgliedern die Annahme der Riga-Charta auf der nächsten Mitgliederversammlung im Frühjahr 2006 empfehlen. 40 Jahre Museumsbahnen in Deutschland sind dazu ein angemessener Anlass.

Die Riga-Charta kann von der Website von FEDECRAIL herunter geladen werden.