Die vom europäischen Museumsbahndachverband FEDECRAIL erarbeitete Charta von Riga wurde von dem Mitgliedern des VDMT auf der diesjährigen Mitgliederversammlung als Leitlinie für die eigene Arbeit angenommen.

Mit der Charta von Riga geben sich die europäischen Museumsbahnen grundlegende Leitlinien, nach denen die Erhaltung und der Betrieb der eisenbahnhistorischen Objekte erfolgen soll. Die Museumsbahnen folgen damit der Architektur, die mit der Charta von Athen Vorreiter in Bezug auf die Baudenkmale war, und der historischen Schiffahrt, die für ihren Bereich im Jahr 2000 die Barcelona-Charta verabschiedet hat.

Inhaltlich lehnt sich die Charta von Riga unter Berücksichtigung der Spezifika der Eisenbahn an die beiden vorgenannten an. Sie definiert die wesentlichen Grundsätze, nach denen beim Erhalt, der Konservierung, der Restaurierung und dem Betrieb von historischen Objekten der Eisenbahn verfahren werden soll. Der Anspruch ist dabei der eines Leitfadens, der in der Anwendung für jeden Einzelfall einer Museumsbahn oder eines Eisenbahnmuseums konkretisiert werden muss. Ziel dabei ist, dass die europäischen Museumsbahnen in ihrer kulturellen und musealen Arbeit langfristig einem gemeinsamen Standard folgen, der gleichwertig zu denen in anderen Bereichen der Industriekultur ist. Die einzelnen Mitglieder der Dachverbände in FEDECRAIL, die sich in ihrer Arbeit an der Charta von Riga orientieren sind aufgefordert, dies öffentlich zu machen und in ihren Publikationen zu erwähnen.

Die Charta von Riga wurde unter anderem von den Museumsbahndachverbänden in den Benelux-Ländern, Skandinavien, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, aber auch Australien als Leitlinie für ihre Arbeit und die ihrer Mitglieder angenommen.