hamburgDer VDMT ist auf dem Wege, sich neu zu organisieren. Der Vorstand hat angesichts der ständig steigenden Anforderungen durch die sich immer wieder verändernden Rahmenbedingungen für den Eisenbahnverkehr auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass sich der Verband größtmöglich in die Gesetzgebungsverfahren einbringt. So wurde ein Konzept mit den Eckpunkten einer möglichen Neuausrichtung und einer angepassten Beitragsordnung erarbeitet, an dem sich die Mitglieder orientieren können. Auf der kommenden Museumsbahnertagung im Herbst in Meiningen soll über die Vorschläge diskutiert und abgestimmt werden. Einer der ersten und augenfälligsten Schritte zur Neuordnung könnte die Professionalisierung des bislang ausschließlich ehrenamtlich geführten Verbandes durch die Einrichtung einer Geschäftsstelle mit einer angestellten Kraft sein.

Die künftige Aufstellung des VDMT war einer der Tagesordnungspunkte auf der 27. Mitgliederversammlung des VDMT, die im Rahmen der Frühjahrstagung im März in Hamburg stattfand. Ausrichter war der „Verein Verkehrsamateure und Museumsbahn Hamburg e.V.“ (VVM) mit Dr. Harald Elsner an der Spitze. Mehr als 100 Museumseisenbahner und -eisenbahnerinnen fanden sich von Freitag bis Sonntag in Hamburg ein. Das Rahmenprogramm führte sie zum Aktionstag in das Eisenbahnmuseum Lokschuppen Aumühle und zu den Museumsbahnen Schönberger Strand, die in diesen Tagen ihre neue Saison mit Dampf- und Straßenbahnbetrieb eröffneten.

Das Angebot, sich bereits am Freitagnachmittag zu Arbeitskreissitzungen zu treffen, fand großen Anklang, so dass der Steuerexperte Michael Baaden unerwartet viele Interessierte vorfand, die sich seinen Vortrag über die aktuellen Entwicklungen im Gemeinnützigkeitsrecht anhörten. Der Referent beleuchtete das Thema einerseits anhand der steuerlichen Vorgehensweise, andererseits dann praktisch aus Sicht der Museumsbahnvereine. Die gelebte Gemeinnützigkeit mit ihren vielen kleinen Mosaiksteinen bildeten die Hauptdarstellung.

Als zweites Arbeitskreisthema berichtete VDMT-Vorsitzender Hans-Jürgen Credé über das Teilhabe-Chancengesetz. Vor dem Hintergrund der im Januar 2019 in Kraft getretenen neuen Fördermöglichkeiten bei der Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen erörterten die Teilnehmer auch die Chancen und Risiken beim Einsatz von Arbeitnehmern, die einer verstärkten Betreuung bedürfen. Hans-Jürgen Credé unterrichtete die Versammlung darüber, dass die soziale Verpflichtung zur Wiedereingliederung und Teilhabe seitens der Arbeitsverwaltung durch Lohnkostenzuschüsse von bis zu 100 % und Förderzeiträume von bis zu fünf Jahren flankiert wird. Sowohl individuelles Coaching als auch Weiterbildungskosten werden übernommen. Die Neuregelungen können für alle Tätigkeitsfelder und von Arbeitgebern aller Rechtsformen in Anspruch genommen werden. Frühere Restriktionen sind für die Inanspruchnahme der neuen Regelungen nicht mehr vorgesehen. Museumsbahnen, die eine Anleitung der Mitarbeiter sicherstellen können, sollten die neuen Instrumente prüfen.

Beisitzer Volker Wente informierte im Rahmen der Arbeitskreissitzungen über das Projekt „Instandhaltungsleitfaden historische Wagen“ (IHW) und weitere rechtliche Fragen wie die VDV-Schrift 759 (Gelbdruck): Abfertigungsverfahren im Personenverkehr, das AEG – Änderungsgesetz (Wegfall Netze des Regionalverkehrs) über die Definition von „historischen Fahrzeugen“ und das Schienenlärmschutzgesetz. Der IHW wird unter dem Patronat des VDV erstellt, was die angestrebte Einführung als „anerkannte Regel der Technik“ vereinfachen wird. Der VDMT richtet dazu eine „technische Kommission“ ein und stellt eine Kontaktperson zum VDV. Ein Rohentwurf des IHW sollte Ende 2020 vorliegen.

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