Seit September 2017 steht die im Eigentum der Dampfbahn Fränkische Schweiz e.V. (DFS) befindliche Strecke von Ebermannstadt nach Behringersmühle unter Denkmalschutz. Der Aufnahme in die Denkmalliste vorangegangen war die Erarbeitung eines vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege angeregten und geförderten Fachberichts zur Denkmalwürdigkeit der 16 km langen Strecke.

Er kam zu folgendem Ergebnis:

„An dieser Bahnstrecke ist nicht nur die Summe der erhaltenen historischen Elemente besonders, auch die Berücksichtigung der umliegenden Landschaft bei Streckenführung und Ausführung der Kunst- und Hochbauten prägt vor allem den letzten Streckenabschnitt zwischen Gößweinstein und Behringersmühle. Hierfür waren, ähnlich wie bei der Trassenwahl im Allgemeinen, die landschaftliche Schönheit und der bereits bestehende Fremdenverkehr ausschlaggebend. Gleichzeitig fanden an anderer Stelle allerdings auch groß angelegte landschaftliche Eingriffe statt, um die Landschaft der Bahn anzupassen. Wenn auch heute nur schwer an der Strecke ablesbar, verbirgt sich hier dennoch ein hoher Zeugniswert bezüglich des Umgangs mit der Landschaft im historischen Eisenbahnbau.

Die Gesamtheit aller zeittypischen, historischen Elemente, deren Betrieb, landschaftliche Einbettung und Auswirkung sowie die von Anfang beachtete Bedeutung des Tourismus in der Fränkischen Schweiz machen diese Nebenbahn zwischen Ebermannstadt und Behringersmühle zu einer denkmalwürdigen Strecke.”

Kernstück des Fachberichtes stellt die Inventarisation der zahlreichen Elemente dieser Eisenbahnkulturlandschaft dar. Alle erhobenen Objekte wurden systematisch kartiert, fotografiert, beschrieben sowie denkmalfachlich bewertet und in einem Katalog der Kulturlandschaftselemente zusammengefasst.

Auf dieser Grundlage kam dann das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege zu folgendem Ergebnis: „Die Bahnstrecke Ebermannstadt – Behringersmühle ist mit dem letzten Streckenabschnitt die letzte in Bayern eröffnete Nebenbahn. Ihr kommt wegen der touristischen Erschließung der Fränkischen Schweiz im Zeitalter der Weimarer Republik eine geschichtliche Bedeutung zu.“ Insbesondere wird darauf verwiesen, dass die Bahnstrecke mit allen wichtigen Hoch- und Tiefbauten, den Bahnhöfen bzw. Agenturgebäuden, dem Lagergebäude in Behringersmühle, den Betriebsanlagen und mit den Brückenbauwerken  weitgehend unverfälscht aus ihrer Entstehungszeit überliefert ist. Abgehoben wird auch auf die architektonische Stilentwicklung vom Historismus zum Heimatstil. Resümierend wird festgestellt: „Damit kommt der Bahnstrecke und ihren Anlagen eine hohe künstlerische und bautechnische Bedeutung zu.“

Für die DFS ist die Aufnahme der Strecke in die Denkmalliste eine Bestätigung ihres über 40-jährigen Engagements. Vor allem sieht sich die DFS in der Pflicht, die Strecke in ihrer Sachgesamtheit zu erhalten. Dies entspricht auch dem Leitbild, das sich die DFS bereits vor einiger Zeit gegeben hat. Während sich auf regulär betriebenen Eisenbahnstrecken das Umfeld wie Bahnsteige, Bahnsteigbeleuchtung, Stellwerks- und Signaltechnik gegenüber der Zeit vor 40 Jahren fundamental geändert hat, bietet sich auf einer reinen Museumsbahn die seltene Chance, auch das eisenbahnspezifische Umfeld weitgehend im historischen Zustand zu bewahren. Dies gilt es zu nutzen und den Fahrgästen damit auch künftig eine Zeitreise zu ermöglichen.

Mit der Aufnahme in die Denkmalliste verbindet sich vor allem auch die Chance, für  wichtige Sanierungsmaßnahmen, insbesondere an Brücken sowie anderen Kunst- und Hochbauten, eine nennenswerte Förderung erlangen zu können. Dazu werden die entsprechenden Konzepte in den kommenden  Monaten entwickelt sowie die Gespräche geführt werden. Zum Auftakt dieser Gespräche veranstaltete die DFS am 11. September eine Fahrt mit Vertretern aus der Kommunal- und Landespolitik sowie potenziellen Zuwendungsgebern und bedankte sich damit zugleich für die bisherige Unterstützung, insbesondere beim Forchheimer Landrat, Dr. Hermann Ulm, den Vertretern des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und der Oberfranken Stiftung.