Von einem Leser der VDMT-Nachrichten im EK erhielten wir folgende Information:

 

.........wie soeben telefonisch besprochen übersende ich Ihnen anbei das Datenblatt des Anodenkoks 50-90 mm, von dem wir aktuell noch 250 to auf Lager haben.
Ca. 8000 to dieses Materials (allerdings in der Körnung 50-300 mm bzw. 90-300 mm) wurden in den vergangenen Jahren in Kupolöfen als Energieträger eingesetzt. Bei diesem Material handelt es sich um Anodenreste aus der Primäraluminiumindustrie (Aluminiumelektrolyse).

Da diese Anoden zu über 90 % aus Petrolkoks bestehen, bieten sie im Vergleich zur Steinkohle folgende Vorteile:

- niedrige Gehalte an flüchtigen Elementen wie Schwefel, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff --> deutlich niedrige Emmisionen von Schwefeldioxid und Kohlenwasserstoffen

- niedriger Gehalt an Adsorptivwasser --> deutlich niedrigerer Ausstoß von Wasserdampf

- niedriger Gehalt an Asche und hoher Kohlenstoff-Gehalt --> geringere Emission von Grus, Ruß und Flugkoks

- hohe mechanische Festigkeit --> weniger Abrieb, höhere Effizienz, weniger Rückstände

Meinerserachtens besteht durchaus die Möglichkeit dieses Material erfolgreich als Energieträger für den Dampflokbetrieb einzusetzen.

Gerne stellen wir Ihnen ein Muster dieses Anodenkoks zur Verfügung.

 

Zwei Eimer dieses Angebotes haben wir bei der DFS dann versuchsweise mal verschürt. Und hier die Antwort unseres Heizers:

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gestern habe ich den Anodenkoks ausprobiert. Er ist m.E. für unsere Zwecke nicht einsetzbar, ich habe das auch Herrn NNN mitgeteilt. Der Koks liegt wie ein Stein im Feuerbett und glüht nach etwa 15 Minuten im Ruhefeuer. Er hat praktisch keine Flamme, neigt zum Verbacken der Stücke untereinander und liegt dann lange Zeit glühend auf dem Rost.
Eine Feuerführung für unseren Eisenbahnbetrieb ist nicht möglich.
Normale Kohle flammt nach wenigen Sekunden, die walisische Kohle braucht etwas länger - aber kein Vergeich mit dem langsam vor sich hinglühenden Koks. Möglicherweise ist auch durch das lange Glühen und fehlenden Luftstrom zwischen den Brocken Verschlackung zu befürchten bzw. die Roststäbe halten das nicht aus. Am ehesten ist der Anodenkoks wohl für Dauerbrand (Glut) geeignet, mit spezieller Ausmauerung der Feuerstätte.